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Anstehende Termine
19. September 2019, 10:00 Treffen des Museumskreises
Treffen des Museumskreises, 10 Uhr, Stadtmuseum.
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25. September 2019, 19:00 Bildband "Aufbruch in eine neue Zeit"
Cornelia Balzer stellt neuen Bildband "Aufbruch in eine neue Zeit" vor, 19 Uhr, Niedermühle.
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Die neuesten Berichte

Mit der vorchristlichen Religion der alten Sachsen setzte sich Dr. Christof Spannhoff (Bild) am Dienstagabend (17.9.) auf Einladung des Heimatvereins Burgsteinfurt und des Kulturforums in der vollbesetzten Niedermühle auseinander.  Die Zweifel des wissenschaftlichen Mitarbeiters am Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster beginnen bereits bei den Ortsnamen, die angeblich auf germanische Gottheiten zurückgehen. Bereits der römische Historiker Tacitus (ca. 58 – 120 n. Chr.) hat sich in seiner Schrift „Germania“ mit der vorchristlichen Zeit in Sachsen befasst. Er war jedoch nie selbst in Germanien und muss daher, so Spannhoff, als Quelle ebenfalls kritisch hinterfragt werden, weil manches ein Konstrukt der modernen Germanenideologie sei.  Dies war auch bei der rückwärtsgewandten völkischen Ideologie der Nazizeit so. Oftmals werde die vorchristliche Zeit aus christlicher Sicht beschrieben, nannte der Referent einen weiteren Knackpunkt. Die Beschäftigung mit „den Germanen“ habe erst im 19. Jahrhundert begonnen.

Für die Missionare habe es „Gebrauchstexte“ für die Taufe gegeben, so der Historiker und verwies auf das Altsächsische Taufgelöbnis nach vorheriger Unterweisung. Durch Karl den Großen (747 – 814) wurde Sachsen mit Feuer und Schwert christianisiert. Durch die Sachsenkriege (772 bis etwa 804) sei ein krasser Bruch entstanden. 805 wurde Liudger zum ersten Bischof von Münster ernannt.

Sachsen sei vor der Christianisierung kein einheitlicher Kulturraum gewesen, betonte Dr. Spannhoff weiter. Über den Jenseitsglauben der Sachsen sei nur wenig bekannt, es sei aber anzunehmen, dass sie an ein unterirdisches Totenreich glaubten.

 „Nicht alle Kirchen waren vorher heidnische Kultstätten“, betonte der Historiker.  Ohnehin sei ein solcher Nachweis schwierig. Dies gelte auch für Burgsteinfurt. Im 9. Jahrhundert habe es im gesamten Münsterland etwa 40 Kirchen gegeben. Zu der Zeit hätten auch nicht alle Bestattungen rund um die Kirchen stattfinden können. Die Entfernungen seien einfach zu groß gewesen. Viele Kirchen wurden in der Folgezeit auf Schultenhöfen gebaut, sie wurden vom sächsischen Adel, Stiften und Klöstern errichtet.

.Als Fazit seiner Forschungen nannte Spannhoff:

Beim Glauben der alten Sachsen habe es sich um eine typische Religion von Bauern und Viehzüchtern gehandelt.

Es wurden Haustiere und landwirtschaftliche Geräte geopfert.

Die Götter wurden bei kriegerischen Auseinandersetzungen angerufen.

Der Wirkungsbereich der Götter beschränkte sich auf die sichtbare Welt und Gegenwart der Menschen.

Die Götter waren Garanten der bestehenden Ordnung.

Religion war Teil der politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Ordnung.

Das persönliche Verhältnis der Menschen zu ihren Göttern bleibt unbekannt.

Die Niedermühle des Heimatvereins Burgsteinfurt bildet am Mittwoch (25. September) um 19 Uhr den äußeren Rahmen, während Cornelia Balzer neues Buch „Aufbruch in eine neue Zeit” vorstellen wird. Interessierte sind herzlich eingeladen. Es handelt sich um eindrucksvolle Fotoarbeiten, die ihr Vater Hans J. Balzer in den fünfziger Jahren bis zum Anfang der siebziger Jahre von Burgsteinfurt festgehalten und dokumentiert hat. „Ich musste manche staubige Ecke entstauben und manche Dias noch schnell rahmen, ehe ich das jeweils Gesuchte fand. Ich glaube, meine Mühe hat sich gelohnt”, so Cornelia Balzer über ihr neues Buch. Zum Bild: Wehrmachtsauto und zwei Frauen vor dem Fotohaus Kiepker.

Frühes Christentum im Münsterland.

Verfasst von R.Menebröcker, Donnerstag, 12. September 2019, 11:31 Uhr in Allgemein.

Am 17. September (Dienstag) findet um 19 Uhr in der Niedermühle ein weiterer Vortrag aus dem Jahresprogramm des Heimatvereins Burgsteinfurt und des Kultur-Forums mit dem Thema: "Als das Christentum nach Steinfurt kam" statt.

Über Jahrhunderte hinweg hatten christliche Franken westlich und heidnische Sachsen östlich des Rheins gelebt, ohne dass ein nennenswerter kultureller Austausch zwischen beiden zustande kam. Erst um 700, als nordenglische Missionare ihre Heimat mit dem Ziel verließen, die heidnischen Stämme zwischen Rhein und Weser mit dem Christentum bekannt zu machen, kam es zu ersten Erfahrungen, die allerdings, wie das Beispiel der beiden Ewalde zeigt, kläglich scheiterten. Erst der Eroberungskrieg, den Karl der Große ab 772 gegen die Sachsen führte, verhalf auch dem Christentum in dieser Region zu dauerndem Erfolg. Die Missionare konnten in dem politisch weitgehend befriedeten Bereich ihrer Aufgabe der Glaubensverbreitung ohne größere Hindernisse nachgehen.

Für das Münsterland wurde der Friese Luidger gewonnen. Dieser baute als Stützpunkt für seine Arbeit die Siedlung „Mimigerneford“, das heutige Münster, aus, indem er dort 793 ein Kanonikerkloster gründete. Und dann in der Folge einen Bischofssitz einrichtete, den er 805 als erster Bischof von Münster bestieg.

Man darf gespannt sein, was der Historiker Dr. Christof Spannhoff (bild) aus der frühen Zeit zu berichten weiß.Für Mitglieder des Heimatvereins ist die Veranstaltung kostenfrei, während für alle übrigen die Kursgebühr des Kultur-Forums von 6 € anfällt.

 

Der Krieg hat viele Gesichter

Verfasst von R.Menebröcker, Montag, 9. September 2019, 11:40 Uhr in Allgemein.

Der zweite Weltkrieg hatte viele Gesichter. Das wurde beim fünften Steinfurter Geschichtstag deutlich, der am Wochenende (7./8. September 2019) in Borghorst und Burgsteinfurt eröffnet wurde. Im Behördenhaus, in dem auch das Stadtmuseum beheimatet ist, hatte Udo Röllenblech Arbeiten von Schülern des Arnoldinums zur Grundlage seines Vortrages gemacht. Er zitierte Mahatma Ghandi: „Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn der Frieden ist der Weg.“ Der bekennende Europäer forderte dazu auf, den europäischen Gedanken zu stärken, denn nur so sei der Frieden in weiten Teilen des Kontinents zu sichern.

Wie die Niederländischen Nachbarn den 2. Weltkrieg erlebten, schilderte Dr. Peter Gramberg. Das Land kapitulierte nach fünf Kriegstagen am 15. Mai 1940 und wurde erst im Mai 1945 von den deutschen Besatzern befreit. 70 Prozent der Juden im Land wurden ermordet, die Königsfamilie floh nach England. Prinz Bernhard organisierte von dort den Widerstand. Rund 45000 Niederländer waren Widerstandskämpfer, so Gramberg. Er präsentierte einen Film aus dem Geschichtsprogramm des Niederländischen Senders ntr unter dem Titel „Andere Tijden“, in dem auch einige Burgsteinfurter von ihren Kriegserinnerungen erzählten.

Die Ausstellung im Stadtmuseum lädt ein zu einem Streifzug durch die Geschehnisse von den letzten freien Wahlen im März 1933 bis zum Ende des Krieges und dem Beginn der Besatzungszeit. In Burgsteinfurt wurden rund 70 Prozent der etwa 1280 Häuser beschädigt. In einer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aufgestellten Liste sind die Namen von 540 Toten zusammengetragen worden. Noch nachdem Burgsteinfurt am 1. April durch britische Truppen besetzt wurde, fielen Bomben auf die Stadt – von deutschen Fliegern.

Zum Thema 2. Weltkrieg wird der Heimatverein Burgsteinfurt in den nächsten Wochen weitere Themen anbieten

Plattdeutscher Lesewettbewerb

Verfasst von R.Menebröcker, Sonntag, 8. September 2019, 16:21 Uhr in Allgemein.

Der Kreisheimatbundführt mit den Sparkassen des Kreises den 21. Plattdeutschen Lesewettbewerb an den Schulen durch. Bis zum 5. Februar 2020 sollen die Schulsieger ermittelt werden, der Kreisentscheid findet am 13. März 2020 im Kreishaus in Steinfurt statt.

Die Durchführungsbestimmungen können unter www.Kreisheimatbund-Steinfurt.de im Verzeichnis der Heimatbund und seine Fachbereiche unter plattdeutsche Sprachpflege abgerufen werden.

„Es ist eine wichtige Herausforderung, der folgenden Generation den Zugang zu unserer alten Muttersprache zu bieten und zu öffnen sowie Traditionen und Brauchtum näher zu bringen“, so die Vorsitzende des Kreisheimatbundes, Reinhild Finke. Auch Arbeitsgemeinschaften, die unter dem Dach der Heimatvereine gebildet werden, können teilnehmen, Einzelschüler jedoch nicht.