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Die neuesten Berichte

Abitur für Frauen - ungeheuerlich

Verfasst von R.Menebröcker, Donnerstag, 11. März 2021, 10:41 Uhr in Allgemein.

Reifeprüfung für Viktoria und Elisabeth zu Bentheim und Steinfurt um die Jahrhundertwende

Von Günther Hilgemann

 
Die Fürstenfamilie im Jahr 1904.  

Jährlich werden am Weltfrauentag Mahnungen wegen der Ungleichbehandlung von Mann und Frau laut. Die gymnasiale oder gar akademische Bildung von Mädchen war bis vor rund 125 Jahren ein gesellschaftliches Tabuthema. Erst 1893 wurde in Karlsruhe das erste deutsche Mädchengymnasium eröffnet. Das Projekt drohte zu scheitern, denn Vertreterinnen der Frauenbewegung liefen auf, um sich das „ungeheure Geschehen" anzuschauen. Mädchen konnten nicht so belastbar sein und sich unmöglich ernsthaft in Lerninhalte vertiefen wie Jungen. Schließlich galt es als unschicklich, wenn Frauen sich in geistige Arbeit vertieften.
Am Burgsteinfurter Gymnasium Arnoldinum waren es Emmy Cohen und Margarete Scheele, die 1925 als erste Frauen ihr Abitur ablegten.Prinzessin Viktoria zu Bentheim und Steinfurt (1887-1961) war das vierte von acht Kindern des Fürstenpaares Alexis und Pauline von Waldeck-Pyrmont. Viktoria und ihre ein Jahr jüngere Schwester Elisabeth wurden wie damals in Adelskreisen üblich von Privatlehrern unterrichtet. Der Wunsch, das Abitur zu machen, war zu jener Zeit fast utopisch. Mädchen am alt-ehrwürdigen Arnoldinum zuzulassen, war um 1900 undenkbar. Auf Drängen ihrer Tante Emma (Königin der Niederlande) durften die beiden Schwestern schließlich das Gymnasium Hammonense in Hamm besuchen. Aufgrund des gemeinsamen reformierten Bekenntnisses hatten schon seit dem 17. Jahrhundert enge Beziehungen zur Hohen Schule zu Burgsteinfurt bestanden.
Nach dem erfolgreichen Abitur 1912 war die Frage eines Studiums die nächste Klippe. Wieder war es die Königliche Tante, die bei der Verwandtschaft am preußischen Hof in Berlin vorsprach. Viktoria durfte sich mit kaiserlicher Sondergenehmigung an der Technischen Hochschule Berlin für ein Architekturstudium einschreiben. Schwester Elisabeth wurde Meisterschülerin eines bekannten Malers.

Als nach dem Ende der Kaiserzeit und den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen auch die adelige Welt zu

sammenbrach, suchte Viktoria in der immer noch heilen Welt von Burgsteinfurt nach beruflichen Aufgaben. Zunächst entwarf sie für die Schlossmühle, die als unscheinbarer Zweckbau mit Verfallserscheinungen mehr zum Schandfleck gegenüber dem Schloss geworden war, neue Pläne. Ein zweites Geschoss mit ortsüblichem Fachwerk wurde aufgesetzt. Seit genau 100 Jahren präsentiert sich das markante Gebäude heute noch in der gleichen Gestalt. Als nach dem Ersten Weltkrieg die Erinnerung an die Gefallenen wachgehalten werden sollte, plante die Evangelische Kirchengemeinde eine Gedenkstätte an der Großen Kirche. Pläne von namhaften Architekten fanden keinen Zuspruch. Als eine Skizze der Prinzessin auftauchte, war die Begeisterung groß. 1922 wurde das Ehrenmal eingeweiht.

Die Initialen der Entwurfsverfasserin am Sockel des Ehrenmals im Bagno: VB.

Foto: Hilgemann

Es fehlte eine Gedenkstätte auch für Überkonfessionelle. Ein Grundstück am Bagnoeingang eingang stellte der Fürst zur Verfügung. Die Ablehnung der Prinzessin, auch hier einen Entwurf zu fertigen, muss man wohl als Glaubensfrage einordnen.
Als aber die Entwürfe von auswärtigen Architekten durchfielen, bekniete man erneut die Prinzessin. In der Sitzung des Denkmalausschusses vom 16. Mai 1926 konnte der Vorsitzende mitteilen, dass die Prinzessin Viktoria zu Bentheim und Steinfurt einen Entwurf für das Kriegerehrenmal angefertigt habe. Beide Ehrenmale - im Bagno und an der Großen Kirche - tragen im Sockel die eingemeißelten Initialen VB, Victoria Bentheim.
1935 zog Victoria nach Mittenwald in Oberbayern, wo sie fernab der Familie als Privatarchitektin arbeitete.Dort setzte sie sich auch für die Opfer der Nazi-Herrschaft ein. In ihrem Haus beherbergte sie unter Lebensgefahr eine geflüchtete Jüdin. 1961 starb sie im Alter von 74 Jahren in Garmisch-Patenkirchen.

 

Jahreshauptversammlung verschoben

Verfasst von R.Menebröcker, Montag, 8. März 2021, 10:59 Uhr in Allgemein.

Die für den 19. März (Freitag) ab 19 Uhr im Martin-Luther-Haus geplante Mitgliederversammlung des Heimatvereins wird wegen der aktuellen Corona-Pandemie-Lage verschoben. Die Versammlung war bereits im vergangenen Jahr ausgefallen. Wie der Vorstand mitteilt, werden die Mitglieder rechtzeitig über einen neuen Termin der Jahreshauptversammlung informiert.

Stadtmuseum nur nach Voranmeldung besuchen

Verfasst von R.Menebröcker, Dienstag, 2. Februar 2021, 11:08 Uhr in Allgemein.

Wegen der Corona-Pandemie bleibt das Stadtmuseum An der Hohen Schule weiter geschlossen. Die Ausstellung zum Thema Zweiter Weltkrieg kann auf Grund der aktuellen Lage nach vorheriger telefonischer Anmeldung (02551/5987) jedoch mit der zugelassenen Personenanzahl besucht werden.

Keine Wanderung - kein Grünkohl

Verfasst von R.Menebröcker, Mittwoch, 6. Januar 2021, 18:04 Uhr in Allgemein.

Im Jahresprogramm des Heimatvereins Burgsteinfurt wurde für den 18. Januar die traditionelle Winterwanderung mit anschließendem Grünkohlessen angekündigt. Die Organisatoren teilen mit, dass diese Veranstaltung in diesem Jahr Corona-bedingt ersatzlos ausfällt.

Neues Jahresheft ist da

Verfasst von R.Menebröcker, Donnerstag, 17. Dezember 2020, 16:40 Uhr in Allgemein.

Das Jahresheft 2020 des Heimatvereins Burgsteinfurt – aktuell Nr. 14– ist rechtzeitig zum Weihnachtsfest erschienen und wird in diesen Tagen an die Mitglieder verteilt. Auf 60 Seiten hält der Verein darin Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres, die durch die Corona-Pandemie erheblich eingeschränkt waren. Auch beim Ausblick auf die Veranstaltungen in 2021 sorgt die Krankheit für viele Unwägbarkeiten. Bei Druck des Heftes war noch nicht klar, was stattfinden wird und was nicht.

Inhaltlich bietet die 14. Ausgabe wieder eine Fülle von Themen: Als Stichpunkte sind zu nennen: Das Bemühen um das Projekt „Dritte Orte“, die geplante Jahresfahrt 2021, Schutzmasken aus der Blaudruckwerkstatt, Erinnerungen von Käthe Konik an die Bombenangriffe auf Burgsteinfurt im Zweiten Weltkrieg, der Brunsche Garten, Seuchen in Burgsteinfurt, das erste und letzte Kaufhaus in Burgsteinfurt, Plattzdüütsk Radio, die Schlacht um Sedan und die Vorstellung des neuen Buches von Willi Alff und Dr. Eckhard Hammerström mit dem Titel „Von Steinfurt in die weite Welt“

Das komplette Heft kann auf dieser Seite unter Jahresheft 2021 aufgerufen werden.

Durch eine Panne wurde der Beitrag des Frauentreffs nicht in das Jahresheft aufgenommen. Hier der Text und die Bilder dazu:

 

Corona bremst Aktivitäten

Rückschau des Frauentreffs

Von Marlene Hilgemann

Bei bestem Wanderwetter starteten 25 Frauen vom Burgsteinfurter Heimatverein Anfang Januar zur traditionellen Winterwanderung. Inge Nefigmann hatte schöne Wege durch die Bauerschaft Veltrup ausgesucht. Unterwegs hatte man Zeit, die fortschreitende Stadtentwicklung zu bestaunen. Als Ziel wurde das Anwesen von Erika Flintermann angesteuert. Dort hatte die Frau des Hauses in der noch weihnachtlich geschmückten guten Stube eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel vorbereitet. Mit selbst gebackenen Torten und Gebäck wurden die Frauen rundherum verwöhnt.

Im Februar hielt Günther Hilgemann einen Bildervortrag zum Thema Winterimpressionen. Eindrucksvolle Aufnahmen aus der Altstadt, vom Schloss, vom Bagno und vielen anderen Ecken Steinfurts ließen die Frauen von den Zeiten schwärmen, als noch regelmäßig Schnee und Eis die Winter begleiteten.

Im März wurden noch einmal die Erinnerungen an die Veranstaltungen des letzten Jahres aufgerufen. Mit Schnappschüssen der verschiedenen Aktivitäten entstand ein eindrucksvolles Bild der Vielzahl der unterschiedlichen Schwerpunkte der Frauengruppe.

Im Anschluss wurde die Jahresplanung für den Rest des Jahres bekanntgegeben. Alle waren in froher Erwartung.

Und dann kam Corona.

Mit der traditionellen Winterwanderung starteten die Frauen ind neue Jahr.

Die Lesung von Jürgen Hübschen musste abgesagt werden, der Vortrag zu Irland von Karl-Heinz Rosowski fiel der Pandemie zum Opfer. Die von Aleide Diedrichkeit geplante Sommerfahrradtour fiel ins Wasser. Dann wurde auch noch das Musical der Freilichtbühne Tecklenburg abgesagt.

Über die Sommermonate hatte sich die Corona-Lage etwas entspannt, so dass im September in neuen, größeren Räumlichkeiten wieder gestartet werden konnte. Nach der langen Pause freuten sich fast 30 Frauen in der ehemaligen Gaststätte des Martin-Luther-Hauses, über den so ersehnten Austausch untereinander und den plattdeutschen Vortrag von Heinz Epker, der die Biographie und das Werk von Augustin Wibbelt zum Thema machte.

Hermann-Josef Pape hielt einen Lichtbildervortrag über die Reservelazarette in Steinfurt.

Im Oktober war dann Hermann Josef Pape zu Gast, der in seinem Lichtbildervortrag über die Reservelazarette in Burgsteinfurt im Ersten und Zweiten Weltkrieg berichtete. Interessante Bilder zum Beispiel aus der Umgebung des Burgsteinfurter Bahnhofs zeigten die ankommenden Krankentransporte und alte Eisenbahnzüge. Die Umgebung des Bahnhofs mit Wasserturm und längst abgerissenen Gebäuden löste hohes Interesse aus. Viele Frauen konnten sich noch gut an die Gegebenheiten erinnern.

Und dann kam die zweite Welle. Die Veranstaltungen im November und Dezember mussten abgesagt werden. Wegen der hohen Infektionsgefahr blieb dem Organisationsteam keine andere Wahl, als den mahnenden Worten der Bundeskanzlerin zu folgen und auf alle nicht lebensnotwendigen Kontakte zu verzichten.

Die Terminplanung für das Jahr 2021 ist gemacht. Im neuen Jahresheft sind die potentiellen Termine aufgeführt. Ob sie stattfinden können, steht allerdings noch in den Sternen.