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Übersicht unserer Aktivitäten

Abitur für Frauen - ungeheuerlich

Verfasst von R.Menebröcker, Donnerstag, 11. März 2021, 10:41 Uhr in Allgemein.

Reifeprüfung für Viktoria und Elisabeth zu Bentheim und Steinfurt um die Jahrhundertwende

Von Günther Hilgemann

 
Die Fürstenfamilie im Jahr 1904.  

Jährlich werden am Weltfrauentag Mahnungen wegen der Ungleichbehandlung von Mann und Frau laut. Die gymnasiale oder gar akademische Bildung von Mädchen war bis vor rund 125 Jahren ein gesellschaftliches Tabuthema. Erst 1893 wurde in Karlsruhe das erste deutsche Mädchengymnasium eröffnet. Das Projekt drohte zu scheitern, denn Vertreterinnen der Frauenbewegung liefen auf, um sich das „ungeheure Geschehen" anzuschauen. Mädchen konnten nicht so belastbar sein und sich unmöglich ernsthaft in Lerninhalte vertiefen wie Jungen. Schließlich galt es als unschicklich, wenn Frauen sich in geistige Arbeit vertieften.
Am Burgsteinfurter Gymnasium Arnoldinum waren es Emmy Cohen und Margarete Scheele, die 1925 als erste Frauen ihr Abitur ablegten.Prinzessin Viktoria zu Bentheim und Steinfurt (1887-1961) war das vierte von acht Kindern des Fürstenpaares Alexis und Pauline von Waldeck-Pyrmont. Viktoria und ihre ein Jahr jüngere Schwester Elisabeth wurden wie damals in Adelskreisen üblich von Privatlehrern unterrichtet. Der Wunsch, das Abitur zu machen, war zu jener Zeit fast utopisch. Mädchen am alt-ehrwürdigen Arnoldinum zuzulassen, war um 1900 undenkbar. Auf Drängen ihrer Tante Emma (Königin der Niederlande) durften die beiden Schwestern schließlich das Gymnasium Hammonense in Hamm besuchen. Aufgrund des gemeinsamen reformierten Bekenntnisses hatten schon seit dem 17. Jahrhundert enge Beziehungen zur Hohen Schule zu Burgsteinfurt bestanden.
Nach dem erfolgreichen Abitur 1912 war die Frage eines Studiums die nächste Klippe. Wieder war es die Königliche Tante, die bei der Verwandtschaft am preußischen Hof in Berlin vorsprach. Viktoria durfte sich mit kaiserlicher Sondergenehmigung an der Technischen Hochschule Berlin für ein Architekturstudium einschreiben. Schwester Elisabeth wurde Meisterschülerin eines bekannten Malers.

Als nach dem Ende der Kaiserzeit und den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen auch die adelige Welt zu

sammenbrach, suchte Viktoria in der immer noch heilen Welt von Burgsteinfurt nach beruflichen Aufgaben. Zunächst entwarf sie für die Schlossmühle, die als unscheinbarer Zweckbau mit Verfallserscheinungen mehr zum Schandfleck gegenüber dem Schloss geworden war, neue Pläne. Ein zweites Geschoss mit ortsüblichem Fachwerk wurde aufgesetzt. Seit genau 100 Jahren präsentiert sich das markante Gebäude heute noch in der gleichen Gestalt. Als nach dem Ersten Weltkrieg die Erinnerung an die Gefallenen wachgehalten werden sollte, plante die Evangelische Kirchengemeinde eine Gedenkstätte an der Großen Kirche. Pläne von namhaften Architekten fanden keinen Zuspruch. Als eine Skizze der Prinzessin auftauchte, war die Begeisterung groß. 1922 wurde das Ehrenmal eingeweiht.

Die Initialen der Entwurfsverfasserin am Sockel des Ehrenmals im Bagno: VB.

Foto: Hilgemann

Es fehlte eine Gedenkstätte auch für Überkonfessionelle. Ein Grundstück am Bagnoeingang eingang stellte der Fürst zur Verfügung. Die Ablehnung der Prinzessin, auch hier einen Entwurf zu fertigen, muss man wohl als Glaubensfrage einordnen.
Als aber die Entwürfe von auswärtigen Architekten durchfielen, bekniete man erneut die Prinzessin. In der Sitzung des Denkmalausschusses vom 16. Mai 1926 konnte der Vorsitzende mitteilen, dass die Prinzessin Viktoria zu Bentheim und Steinfurt einen Entwurf für das Kriegerehrenmal angefertigt habe. Beide Ehrenmale - im Bagno und an der Großen Kirche - tragen im Sockel die eingemeißelten Initialen VB, Victoria Bentheim.
1935 zog Victoria nach Mittenwald in Oberbayern, wo sie fernab der Familie als Privatarchitektin arbeitete.Dort setzte sie sich auch für die Opfer der Nazi-Herrschaft ein. In ihrem Haus beherbergte sie unter Lebensgefahr eine geflüchtete Jüdin. 1961 starb sie im Alter von 74 Jahren in Garmisch-Patenkirchen.

 

Jahreshauptversammlung verschoben

Verfasst von R.Menebröcker, Montag, 8. März 2021, 10:59 Uhr in Allgemein.

Die für den 19. März (Freitag) ab 19 Uhr im Martin-Luther-Haus geplante Mitgliederversammlung des Heimatvereins wird wegen der aktuellen Corona-Pandemie-Lage verschoben. Die Versammlung war bereits im vergangenen Jahr ausgefallen. Wie der Vorstand mitteilt, werden die Mitglieder rechtzeitig über einen neuen Termin der Jahreshauptversammlung informiert.

Stadtmuseum nur nach Voranmeldung besuchen

Verfasst von R.Menebröcker, Dienstag, 2. Februar 2021, 11:08 Uhr in Allgemein.

Wegen der Corona-Pandemie bleibt das Stadtmuseum An der Hohen Schule weiter geschlossen. Die Ausstellung zum Thema Zweiter Weltkrieg kann auf Grund der aktuellen Lage nach vorheriger telefonischer Anmeldung (02551/5987) jedoch mit der zugelassenen Personenanzahl besucht werden.

Keine Wanderung - kein Grünkohl

Verfasst von R.Menebröcker, Mittwoch, 6. Januar 2021, 18:04 Uhr in Allgemein.

Im Jahresprogramm des Heimatvereins Burgsteinfurt wurde für den 18. Januar die traditionelle Winterwanderung mit anschließendem Grünkohlessen angekündigt. Die Organisatoren teilen mit, dass diese Veranstaltung in diesem Jahr Corona-bedingt ersatzlos ausfällt.

Neues Jahresheft ist da

Verfasst von R.Menebröcker, Donnerstag, 17. Dezember 2020, 16:40 Uhr in Allgemein.

Das Jahresheft 2020 des Heimatvereins Burgsteinfurt – aktuell Nr. 14– ist rechtzeitig zum Weihnachtsfest erschienen und wird in diesen Tagen an die Mitglieder verteilt. Auf 60 Seiten hält der Verein darin Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres, die durch die Corona-Pandemie erheblich eingeschränkt waren. Auch beim Ausblick auf die Veranstaltungen in 2021 sorgt die Krankheit für viele Unwägbarkeiten. Bei Druck des Heftes war noch nicht klar, was stattfinden wird und was nicht.

Inhaltlich bietet die 14. Ausgabe wieder eine Fülle von Themen: Als Stichpunkte sind zu nennen: Das Bemühen um das Projekt „Dritte Orte“, die geplante Jahresfahrt 2021, Schutzmasken aus der Blaudruckwerkstatt, Erinnerungen von Käthe Konik an die Bombenangriffe auf Burgsteinfurt im Zweiten Weltkrieg, der Brunsche Garten, Seuchen in Burgsteinfurt, das erste und letzte Kaufhaus in Burgsteinfurt, Plattzdüütsk Radio, die Schlacht um Sedan und die Vorstellung des neuen Buches von Willi Alff und Dr. Eckhard Hammerström mit dem Titel „Von Steinfurt in die weite Welt“

Das komplette Heft kann auf dieser Seite unter Jahresheft 2021 aufgerufen werden.

Durch eine Panne wurde der Beitrag des Frauentreffs nicht in das Jahresheft aufgenommen. Hier der Text und die Bilder dazu:

 

Corona bremst Aktivitäten

Rückschau des Frauentreffs

Von Marlene Hilgemann

Bei bestem Wanderwetter starteten 25 Frauen vom Burgsteinfurter Heimatverein Anfang Januar zur traditionellen Winterwanderung. Inge Nefigmann hatte schöne Wege durch die Bauerschaft Veltrup ausgesucht. Unterwegs hatte man Zeit, die fortschreitende Stadtentwicklung zu bestaunen. Als Ziel wurde das Anwesen von Erika Flintermann angesteuert. Dort hatte die Frau des Hauses in der noch weihnachtlich geschmückten guten Stube eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel vorbereitet. Mit selbst gebackenen Torten und Gebäck wurden die Frauen rundherum verwöhnt.

Im Februar hielt Günther Hilgemann einen Bildervortrag zum Thema Winterimpressionen. Eindrucksvolle Aufnahmen aus der Altstadt, vom Schloss, vom Bagno und vielen anderen Ecken Steinfurts ließen die Frauen von den Zeiten schwärmen, als noch regelmäßig Schnee und Eis die Winter begleiteten.

Im März wurden noch einmal die Erinnerungen an die Veranstaltungen des letzten Jahres aufgerufen. Mit Schnappschüssen der verschiedenen Aktivitäten entstand ein eindrucksvolles Bild der Vielzahl der unterschiedlichen Schwerpunkte der Frauengruppe.

Im Anschluss wurde die Jahresplanung für den Rest des Jahres bekanntgegeben. Alle waren in froher Erwartung.

Und dann kam Corona.

Mit der traditionellen Winterwanderung starteten die Frauen ind neue Jahr.

Die Lesung von Jürgen Hübschen musste abgesagt werden, der Vortrag zu Irland von Karl-Heinz Rosowski fiel der Pandemie zum Opfer. Die von Aleide Diedrichkeit geplante Sommerfahrradtour fiel ins Wasser. Dann wurde auch noch das Musical der Freilichtbühne Tecklenburg abgesagt.

Über die Sommermonate hatte sich die Corona-Lage etwas entspannt, so dass im September in neuen, größeren Räumlichkeiten wieder gestartet werden konnte. Nach der langen Pause freuten sich fast 30 Frauen in der ehemaligen Gaststätte des Martin-Luther-Hauses, über den so ersehnten Austausch untereinander und den plattdeutschen Vortrag von Heinz Epker, der die Biographie und das Werk von Augustin Wibbelt zum Thema machte.

Hermann-Josef Pape hielt einen Lichtbildervortrag über die Reservelazarette in Steinfurt.

Im Oktober war dann Hermann Josef Pape zu Gast, der in seinem Lichtbildervortrag über die Reservelazarette in Burgsteinfurt im Ersten und Zweiten Weltkrieg berichtete. Interessante Bilder zum Beispiel aus der Umgebung des Burgsteinfurter Bahnhofs zeigten die ankommenden Krankentransporte und alte Eisenbahnzüge. Die Umgebung des Bahnhofs mit Wasserturm und längst abgerissenen Gebäuden löste hohes Interesse aus. Viele Frauen konnten sich noch gut an die Gegebenheiten erinnern.

Und dann kam die zweite Welle. Die Veranstaltungen im November und Dezember mussten abgesagt werden. Wegen der hohen Infektionsgefahr blieb dem Organisationsteam keine andere Wahl, als den mahnenden Worten der Bundeskanzlerin zu folgen und auf alle nicht lebensnotwendigen Kontakte zu verzichten.

Die Terminplanung für das Jahr 2021 ist gemacht. Im neuen Jahresheft sind die potentiellen Termine aufgeführt. Ob sie stattfinden können, steht allerdings noch in den Sternen.

Auswanderer aus vielen Familien

Verfasst von R.Menebröcker, Mittwoch, 9. Dezember 2020, 15:45 Uhr in Allgemein.

Neues Buch: Von Steinfurt in die weite Welt

„Von Steinfurt in die weite Welt“ ist das 550 Seiten starke Buch im DIN-A-4-Format überschrieben, dass Wilhelm Alff und Dr. Eckard Hammerström vom Heimatverein Burgsteinfurt über die Auswanderer aus Burgsteinfurt und Borghorst in mehrjähriger Forschungsarbeit verfasst haben. Bereits seit 1997 haben sich die beiden Autoren intensiv mit dem Thema beschäftigt. Dr. Rudolf Rübel widmete dem Thema Auswanderung lediglich eine halbe Seite in seinem Standardwerk zur Geschichte der Stadt Burgsteinfurt, das posthum 2013 erschienen ist.

Ergiebiger für die Autoren waren Recherchen im Staatsarchiv Münster und die Auswertung der Quellen, die die Westfälische Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung zusammengetragen hatte und die 2004 als Band 60 der Gesellschaft erschien. Als weitere Quellen insbesondere für Auswanderer nach Amerika dienten die Glazier/Filby-Edition „Germans to America“ und die „Forschungsstelle Deutsche Auswanderer in den USA (DAUSA") bei der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.

Nach Abschluss der grundlegenden Arbeiten trafen sich der damalige Stadtarchivar Dr. Ralf Klötzer, Prof. Dr. Thomas Hoeren, Günther Hilgemann und Wilhelm Alff und beschlossen, die umfangreiche Datensammlung mit den Namen der Auswanderer des 19. Jahrhunderts aus Borghorst und Burgsteinfurt zunächst im Internet zu veröffentlichen. Die Stadt hatte sich bereiterklärt diese Aufgabe zu übernehmen. Die Stadt hat diese Aufgabe übernommen und alles ins Netz gestellt, wo noch heute die alte Auswanderer-Fassung eingesehen werden kann. Die Uni-Bibliothek Münster hat sie später in ihre "Westfalica electronica" übernommen.Aufnahme fanden Alffs Materialien in der Datenbank „Westfalica electronica“ der Uni Münster. Für das jetzt erschienene Buch wurden die Namenslisten überarbeitet und ergänzt. Im Frühjahr 2018 wurde das Projekt konkret in Angriff genommen. Es umfasst die Zeit vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. "Viele Familien in Burgsteinfurt waren betroffen“, so Alff und Hammerström. Die Auswanderung nach Ostasien – Holländisch Indonesien - im 17. und 18. Jahrhundert ist bisher kaum bekannt gewesen und nicht untersucht worden.  Zahlreiche junge Steinfurter hat die Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) wegen guter Verdienstmöglichkeiten nach Batavia (heute Jakarta) gelockt. Viele starben bereits auf dem Weg dorthin. Meist waren es wirtschaftliche Gründe, die zur Auswanderung führten

Elisabeth Lindhofs Datenbank umfasst zurzeit bereits 86000 Personen. Es sind aber meist keine Auswanderer, sondern aus den Kirchenbüchern und Standesamtsakten überwiegend aus Steinfurt erfasste Personen sowie auch Namen und genealogische Daten von Nachfahren der Ausgewanderten in der neuen Heimat.

Alle Auswanderungen vom 14. bis ins 18. Jahrhundert beziehen sich auf Stadt und Kirchspiel (Hollich, Sellen, Veltrup) Burgsteinfurt. Borghorst hatte zu der Zeit nur wenig Einwohner. Das änderte sich erst mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Textilindustrie.

Ziel der Auswanderer war nicht nur das Land der unbegrenzten Möglichkeiten (USA). So wanderten im 17. Und 18. Jahrhundert 80 Burgsteinfurter und 25 Borghorster nach Java, Sumatra und Ceylon aus.

Stellten im Stadtmuseum das neue Buch vor: Dr. Eckhard Hammerström und Wilhelm Alff (v.r.). Vom Heimatverein Burgsteinfurt mit dabei waren Renate Buntz, Norbert Schröder und Hans Knöpker. Foto: Menebröcker

„Westfalen wandern in alle Welt“ schreibt der Kartäusermönch Werner Rolevinck 1474 in seinem „Buch zum Lobe Westfalens“. Er erzählt die Geschichte des Edlen Ludolf von Steinfurt, der im Venedig des 15. Jahrhunderts seinen entlaufenen Leibeigenen trifft

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Steinfurter Juristen, die zu Beratern von Königen und Kurfürsten im 16. und 17. Jahrhundert werden. Der Burgsteinfurter Johann Friedrich Cramer wurde 1695 Erzieher des preußischen Kronprinzen.

Erster Borghorster Auswanderer nach Java war Engelbert Feldhaus, der am 7. August 1672 katholisch getauft wurde. Er heuerte bei der Verenigde Oostindische Compagnie“ an. Mit dem Schiff „Bekestein“ segelte er 182 Tage von Texel nach Kapstadt, wo er am 15. April 1695 ankam. Das Schiff ankerte allerdings vom 18. Oktober bis 5. Dezember im Hafen von Portsmouth. 1697 kehrte er nach Texel zurück.

Das Buch schildert zahlreiche weitere Einzelschicksale, ergänzt durch Briefe in die „Heimat“. Ausführlich betrachtet wird das Thema Auswanderer auch im Spiegel der Presse. Das Steinfurter Wochenblatt veröffentlichte im September 1833 dazu ein Gedicht. 1834 wird eine von der Obrigkeit verbreitete Predigt gegen die Auswanderung veröffentlicht. Das erste Kapitel des Buches schildert, dass der Burgsteinfurter Kaufmann Hermann Krose, erfolgreicher Kaufmann im London des 14. Jahrhunderts, der Armenstiftung seiner Heimatstadt 60 englische Nobelmünzen schenkt. Als Quelle dient das älteste Protokollbuch der „Heiligen Geist-Stiftung“ von1379 im Stadtarchiv

Nicht immer war der Weg in die weite Welt von Erfolg gekrönt, denn um ausreisen zu dürfen, brauchte man eine Genehmigung. Wer sie nicht vorweisen konnte und aufgegriffen wurde, dem drohte die Verhaftung und ein gerichtliches Nachspiel. Insbesondere wenn man sich der Militärpflicht entziehen wollte.

Für das Layout des Buches ist Annegret Floer verantwortlich, es wurde im Verlag Tecklenborg gedruckt, vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Bürgerwindpark Hollich-Sellen, der Kreissparkasse Steinfurt, dem Stellvertretenden Bürgermeister Hans Günter Hahn und dem Heimatverein Burgsteinfurt unterstützt und ist ab sofort im Stadtmuseum für 32,50 Euro erhältlich. Dort werden auch das Jahrbuch 2021 des Kreises Steinfurt, das Memory-Spiel  des Kreisheimatbundes sowie die Bücher „Zwischen Krone Westfalens und elendem Loch“, „Burgsteinfurt – Geschichte einer kleinen westfälischen Residenz“ angeboten. Das Museum ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet (bitte schellen).

Reservelazarett Thema beim Frauentreff

Verfasst von R.Menebröcker, Dienstag, 29. September 2020, 15:52 Uhr in Allgemein.

Die Frauengruppe des Heimatvereins trifft sich am Montag (5. Oktober) um 14:45 Uhr in der ehemaligen Gaststätte des Martin Luther-Hauses zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Rosinenbrot essen. Als Gast wird Hermann Josef Pape erwartet, der den Nachmittag mit einem Lichtbildervortrag zum Thema „Reservelazarett Burgsteinfurt, ein Ort der Rettung für viele“ in den Jahren 1939 bis 1946 bereichert. Die Frauen werden gebeten, Kaffeegeschirr und Tafelmesser mitzubringen. Ein Mund-Nasenschutz ist erforderlich.hutz ist erforderlich.

Alter der Kirche (noch) nicht eindeutig geklärt

Verfasst von R.Menebröcker, Mittwoch, 16. September 2020, 11:23 Uhr in Allgemein.

"Vor Ort" in der Großen Kirche erläuterte Dr. Christof Spannhoff seine Spurensuche nach den Ursprüngen des Gotteshauses. Foto: Menebröcker

Die Einrichtung der großen Kirche in Burgsteinfurt darf bereits im 9. wenn nicht gar im 8. Jahrhundert vermutet werden. Zu dieser Einschätzung kam Dr. Christof Spannhoff vom Institut für vergleichende Städtegeschichte bei seinem Vortrag am Dienstagabend auf Einladung des Heimatvereins Burgsteinfurt und des Kulturforums, der wegen der Corona-Pandemie in der Kirche stattfand.  Als Gründe nannte der Historiker, dass die städtische Siedlung später entstand als die Kirche im Bereich des Friedhofs. Der heutige Stadtbereich wurde erst im 13. Jahrhundert angelegt (erste Erwähnung 1322). Stadtrechte nach münsterischem Vorbild verlieh Ludolf von Steinfurt seinem Ort 1347, die Befestigung der Stadt erfolgte nach 1396.

Karl der Große und Liudger, der 805 als erster Bischof von Münster eingesetzt wurde, waren nicht die  Ersten, die den christlichen Glauben im Münsterland verbreiteten, verwies Spannhoff auf die Brüder Ewalde, die bereits gut 100 Jahre vor  Karl dem Großen als Missionare hier tätig waren. Aus Bestattungen kann geschlossen werden, dass es bereits vor Karl dem Großen und Liudger Christen in Westfalen gab.

Die Kirche im alten Sachsen nannte Spannhoff eine Missionskirche, feste Bistümer mit genauen Grenzen bildeten sich erst im Hochmittelalter (1050 bis 1250). Schriftlich indirekt erwähnt wird das heutige Burgsteinfurter Gotteshaus erst 1238, indem ein „plebanus in Stenvorde“ – also ein Priester in Steinfurt – namens Henricus genannt wird. 1247 ist von einem Kirchspiel Steinfurt die Rede.

Architektonisch gehen die ältesten Teile der Kirche auf einen romanischen Bau des frühen 13. Jahrhunderts zurück. Bisherige Funde lassen auf einen Vorgängerbau schließen. Die These, dass die Burgsteinfurter Kirche im frühen 9. Jahrhundert gegründet wurde, könne von archäologischer Seite bisher weder bestätigt noch widerlegt werden.

Laut Spannhoff hat es sich um eine Eigenkirchengründung  auf dem Aahof gehandelt. „Da die Edelherren von Steinfurt 1270 das Patronatsrecht an die vermutlich 80 Jahre zuvor gegründete Johanniterkommende übertragen konnten, waren sie also die damaligen Eigenkirchenherren“, so der Historiker, der darauf verwies, dass Patrozinien im Lauf der Jahrhunderte häufig wechselten. Voraussetzung für ein Patrozinium war der Besitz von Reliquien. Wie aber kamen Überreste der hl. Willibrord nach Burgsteinfurt? Als Möglichkeit nannte Spannhoff, das der im Münsterland missionierende Abt Beornrad sie aus Echternach,  wo Willibrord seine letzte Ruhestätte fand, mitgebracht hat. Das Patrozinium des hl. Willibrord wird urkundlich erstmals 1415 erwähnt.

Weiter ging der Redner auf die ungenaue Ostung der Burgsteinfurter Kirche ein, dessen Abweichung bei sieben Grad liegt. Die unsaubere Ostung der Kirche deutet auf eine Errichtung unmittelbar nach den Sachsenkriegen (772 – 804) hin.

Das hohe Alter einer Kirche ist stets an eine günstige Verkehrslage gekoppelt. Die Steinfurter Aa wurde von einer „via regia“, einem Königsweg gekreuzt. Weiteres Indiz ist der Standort der Kirche außerhalb der Stadt. Absolute Gewissheit über das Alter der Großen Kirche in Burgsteinfurt könnten aber nur eindeutige archäologische Ergebnisse bringen, hofft der Historiker, dass die Methoden auf diesem Gebiet weiter verfeinert werden.

Auf den Spuren der Großen Kirche

Verfasst von R.Menebröcker, Dienstag, 8. September 2020, 17:45 Uhr in Allgemein.

Vortrag von Dr. Christof Spanhoff in der Großen Kirche

Wird das Geheimnis der Großen Kirche am Dienstag der kommenden Woche gelüftet, wenn Dr. Christof Spannhoff in seinem Beamer-Vortrag in der Großen Kirche auf den Ursprung derselben im Rahmen von Missionsbemühungen im Raum Münster/Mimigernaford eingeht und auch für   mögliche Standorte Lösungen anbietet?

Die Große Kirche im 18. Jahrhundert. Bild: Hilgemann

Bereits mit der Einsetzung Beonrads, 775 als Abt von Echternach, begannen die Bekehrungsversuche der Sachsen und führten dann ab 777 in relativ abgesicherten Gebieten zur Konsolidierung  der Christianisierungbemühungen.

Kirchengründungen erfolgten auf fränkischen Königsgütern oder auf Erbgütern von sächsischen Adeligen, die sich schon früh zum neuen Glauben hatten bekehren lassen. Da sich deren Siedlungen hauptsächlich an Wasserläufen, alten Heerstraßen, Wegkreuzungen und an Flussüberquerungen befanden, eigneten sich diese Standorte u.a. aus strategischen Gründen auch für die Errichtung von Missionsstationen, sofern das umliegende Gebiet erobert und christianisiert war.

Von Kirchengründungen auf Königsgütern sind Rheine, Wettringen und Schöppingen bekannt, die bis zur Schenkung von Ludwig dem Frommen an das Marienkloster in Herford am 7. Juni.838 königliche Eigenkirchen waren. Könnte das Geschehen bei der Großen Kirche in Burgsteinfurt nicht so ähnlich gewesen sein? Mal schauen, was Dr. Christof Spannhoff dazu zu sagen hat!

Die Veranstaltung findet wegen der Corona-Zeiten nicht wie üblich in der Niedermühle sondern in der Großen Kirche statt. Dabei wird das Konzept der evangelischen Kirchengemeinde zur Corona- Schutzverordnung von Heimatverein Burgsteinfurt/VHS voll inhaltlich übernommen. Die üblichen Hygiene-Vorschriften und das Tragen von Masken sind allerdings Voraussetzung.

Der Vortrag beginnt am 15. September (Dienstag) um 19 Uhr. Die Kirchentür ist ab 18.15 Uhr geöffnet. Für Mitglieder des Heimatvereins ist der Besuch des Vortrages kostenfrei, während alle übrigen interessierten Besucher eine Kursgebühr von sechs Euro zu zahlen haben.

Zusätzliche Informationen können jederzeit bei Gottfried Bercks, Tel. 02551/5021, eingeholt werden. Eine vorherige Anmeldung zur Teilnahme ist erwünscht, Tel 02551/5987 (Stadtmuseum).

Frauentreff im Martin-Luther-Haus

Verfasst von R.Menebröcker, Sonntag, 30. August 2020, 12:02 Uhr in Allgemein.

Der Frauentreff des Heimatvereins startet nach der Corona bedingten Zwangspause am 7. September (Montag) mit einem gemütlichen Kaffeetrinken mit selbstgebackenem Rosinenbrot. Ort des Treffens ist diesmal die ehemalige Gaststätte des Martin Luther Hauses an der Wettringer Straße, die eine bessere Umsetzung der Abstandsregeln als die Niedermühle ermöglicht. Beginn des Treffens ist um 14:45 Uhr. Als Gast ist Heinz Epker eingeladen , der den Frauen die plattdeutsche Sprache anhand von  Gedichten und Anekdoten von Augustin Wibbelt nahebringen wird. Die Frauen werden gebeten, einen Mundschutz mitzubringen, der außerhalb des festen Sitzplatzes getragen werden sollte. Ebenso sollten Kaffeegeschirr und ein Tafelmesser mitgebracht werden.