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Aktivitäten

Streifzug durch die Steinfurter Kirchengeschichte

Am Dienstag, den 11. Februar 2014, findet um 19 Uhr in der Niedermühle ein weiterer Vortrag aus dem Jahresprogramm des Heimatvereins statt, der sich mit den vielschichtigen Beziehungen der Steinfurter Kirchengemeinden untereinander aber auch nach außen beschäftigt.

Die Namensbestimmung „St.Nikomedes“ für die neue fusionierte katholische Kirchengemeinde Steinfurt durch Bischof Felix Genn gibt dem Heimatverein Burgsteinfurt in Verbindung mit der VHS Veranlassung, durch einen Vortrag von Hans Jürgen Warnecke mit Bildern von Hermann Josef Pape auf die unterschiedlichen historischen Quellen und Verbindungen und insbesondere auf die Auswirkungen durch die Reformation hinzuweisen. War es doch nicht immer so, dass der Bischof von Münster in Borghorst und Burgsteinfurt das große Sagen hatte, obwohl er immer wieder den Versuch anstellte, Einfluss zu nehmen.

Für die bisher katholisch ausgerichteten Bürger von Burgsteinfurt war die Reformation natürlich ein tiefer Einschnitt, brachte sie doch für etwa 200 Jahre katholisches Leben, außer im inneren Bereich der Kommende, zum Erliegen. Erst durch den Vertrag von 1716, der nach jahrzehntelanger Belagerung von Schloss und Stadt durch den Bischof von Münster zustande kam, konnte katholisches Leben in Burgsteinfurt, wenn auch nur eingeschränkt, langsam wieder Fuß fassen.

Im Münsterland ist die Steinfurter Kirchengeschichte so einmalig und so außergewöhnlich, aber auch so spannend und mit- und untereinander so verzahnt, dass es sich lohnt, wie der Historiker Hans Jürgen Warnecke meint, dass diese Zusammenhänge auch mal genau aufgezeigt werden sollten.

Man denke nur an Arnold .I und Maria von Bentheim, die in der Gangolfkapelle in Nordwalde im gleichen Jahr heirateten, als Martin Luther seine Thesen an die Wittenberger Kirchentür heftete. Oder auch an das Ereignis der  Übernahme der Großen Kirche durch Gräfin Magdalene von Braunschweig-Lüneburg, an das  eine ökumenische Veranstaltung der ev. Kirchengemeinde am vergangenen Samstag unter großer Beteiligung der Steinfurter Christen erinnert hat. Oder an den Streit über den Kirchenschatz, den die Kommendeangehörigen  anfangs in ihrer Filialgemeinde in Münster sichergestellt hatten, aber durch Verrat des Johanniters, Heinrich von Borghorst, letztendlich wieder in den Besitz der Stadt gelangte. In Borghorst mussten sogar Könige bei Stiftsangelegenheiten einschreiten, um dem Bischof deutlich zu machen, dass er weder in geistlicher noch in politischer Hinsicht dort mitbestimmen durfte.

Da mit einem großen Zuspruch bei dieser Veranstaltung zu rechnen ist und wie bekannt die Plätze in der Niedermühle beschränkt sind, bittet der Heimatverein um telefonische Anmeldung bei der Provinzial Geschäftsstelle, Tel. 02551/14920. Bei Bedarf wird der Vortrag dann zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt.

Für Mitglieder des Heimatvereins Burgsteinfurt ist die Veranstaltung kostenfrei, alle anderen müssen dieeine Kursgebühr der VHS von 6 € bezahlen.